Grundsanierung einer Turnhalle in Plate bei Schwerin

Grundsanierung einer Turnhalle in Plate – Schwerin

Sanierung der Heizungs- Lüftungs-, Sanitär- & Elektroanlage

Bei der im folgenden Text beschriebenen Maßnahme handelte es sich um eine Grundsanierung einer Sporthalle inklusive der Heizungs-, Sanitär, Lüftungs- und Elektroanlagen.

Unser Büro, die » BBB Ingenieurbüro für Bauwerksdiagnose Bauphysik Bauplanung GmbH«, übernahm von 2003 – 2005 die Bauplanung und war im Jahr 2006 während der Umsetzung für die Bauleitung verantwortlich.

Die Sporthalle gehört zum Typ KT60-L (DDR-Klassifizierung). Sie wurde 1972 in Stahlleichtbauweise errichtet. Der Bauherr wollte eine Grundsanierung durchführen lassen und die Kapazität durch einen Anbau um ca. 30 Sportler und 20 Zuschauer vergrößern.

Umbau und Grundsanierung der Sporthalle Typ KT60-L (DDR)

Im Rahmen dieser Baumaßnahmen erfolgte eine Umplanung der drei Bereiche Anbau A, B und C:

  • Im Anbau A wurden die Sozialräume (Wasch-, Dusch- und Umkleideräume, WC), der Eingangsbereich, ein Raum für den Hallenwart und ein Raum für die Haustechnik untergebracht.
  • Der Zuschauerbereich, inklusive Gäste-WC und das Vereinszimmer, sollten im Anbau B ihren Platz finden.
  • Im neu errichteten Anbau C fanden ein Abstellraum und ein weiterer Raum für die Haustechnik ihren Platz. Zur Elektroanlage gehören die Hallenbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung und eine Blitzschutzanlage.

Komplette Neuplanung der Heizungs-, Sanitär, Lüftungs- und Elektroanlagen

Die HLSE-Anlage (Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektrotechnik) bildete einen Planungsschwerpunkt bei der Sanierung der Sporthalle. Die Energieeffizienz der Heizungsanlage sollte deutlich verbessert werden und eine schnelle sowie gleichmäßig Hallenerwärmung bei niedrigen Temperaturen möglich sein.

Hierzu wurde die Lüftungsanlage so konzipiert, dass sie verbrauchte Luft und übermäßige Feuchtigkeit, die bei sportlichen Aktivitäten zwangsläufig entstehen, schnell abführen kann.

Im Bereich der Sanitärinstallation wurde eine neue Anlage, bestehend aus Waschtischen, Duschen und Toiletten installiert. Deren Kapazität soll zukünftig für die gleichzeitige Benutzung durch mehrere Personen oder Mannschaften ausreichen.

Einbau einer modernen Anlage zur Wärmeerzeugung

Die Wärmeerzeugungsanlage wurde im Haustechnikraum installiert. Sie besteht aus einem Gas-Brennwertkessel mit einer Leistung von 60 kW, einem Warmwasserbereiter, dem Heizungsverteiler sowie Pumpen, Rohrleitungen und Armaturen.

Die Beheizung des Spielfelds erfolgt durch eine Schwingbodenheizung. Zur Regelung der Temperatur in der Sporthalle erfolgt über ein Raumthermostat. Sozialräume, Zuschauerbereichs und die übrigen Räume werden durch Flachheizkörper mit integriertem Ventil beheizt.

Sanierung der Sanitäranlagen

Folgende Sanitäreinrichtungen wurden gebaut:

  • WC Damen
  • WC Herren
  • Behinderten-WC
  • Duschraum
  • Waschraum
  • Dusche & WC Lehrer/Trainer
  • Außen-WC Sportplatz
  • Zuschauer-WC Damen/Herren

Alle Sanitärinstallationen wurden in Vorwand-Installation ausgeführt. Die Duschen wurden als bodengleiche Duschen mit Fußbodenablauf ausgeführt. Sie wurden zudem mit Münzkontaktgebern ausgestattet, welche das Warmwasser gegen Bezahlung zur Verfügung stellen.

Die Waschtische erhielten Selbstschluss-Mischbatterien bzw. Selbstschluss-Auslaufventile. Die Warmwasserversorgung erfolgt über die Heizzentrale. In den Zuschauer-WCs gibt es nur Kaltwasser.

Lüftungstechnik

 Zur Be- und Entlüftung der Sanitär- und Umkleideräume wurde eine zentrale Lüftungsanlage mit

1500 m³/h Zu- und Abluft vorgesehen, die im Technikraum installiert wurde. Das Gerät ist mit einem Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung ausgestattet.

Ein Nachheizregister wurde installiert, das bei Bedarf die Zulufttemperatur auf +20°C erhöhen kann. Im Sommer kann die Anlage temperaturabhängig als reine Zu- und Abluftanlage betrieben werden (Sommerbypass).

Der Hallenraum wird durch 2 Lüftungsgeräte mit einer Leistung von je 900 m³/h dezentral mechanisch be- und entlüftet. Die Lüftungsgeräte saugen Frischluft an, erwärmen sie über die Abluft und einem Nachheizregister und bringen sie als Zuluft in die Halle. Gleichzeitig saugen die Geräte die Abluft aus der Halle und führen sie ab.

Dabei wird der Abluft bis zu 50 Prozent ihrer Wärme entzogen. Sie wird zum Vorwärmen der Zuluft verwendet. Die Lüftungsgeräte dienen auch zur Be- und Entlüftung des Zuschauerbereichs.

Elektrotechnik

Gemäß der geplanten Raumnutzung wurde die Elektroinstallation komplett erneuert. Die Halle erhielt eine neue Blitzschutzanlage und einen Potenzialausgleich. Die Beleuchtung der Räume erfolgt nun nach den entsprechenden DIN-Normen.

Als Hallenbeleuchtung wurden abgehängte ballwurfsichere Anbauleuchten mit weißen Raster verbaut. Die Beleuchtung der Nebenräume wird durch Präsenzmelder geschaltet. Als Außenbeleuchtung am Gebäude dienen Leuchten mit integrierten Bewegungsmelder und Dämmerungsschalter.

Als Sicherheitsbeleuchtung wurden Einzelbatterie-Sicherheitsleuchten vorgesehen. Für die Sporthalle wurden eine elektronische Anzeigetafel und eine funkgesteuerte Hallenuhr installiert.

Wissenswertes über die Gemeinde Plate

Plate ist ein Ortsteil der gleichnamigen Gemeinde am südlichen Ende des Schweriner Sees, unweit der Landeshauptstadt Schwerin gelegen. Die Ortschaft wächst und gedeiht, was sich in der wachsenden Einwohnerzahl zeigt.

Seit 1993 ist Plate Standort des privaten Radiosenders „Antenne MV“. Auch sonst hat sich in Plate nach der Wende viel getan. Es entstanden neue Wohnhäuser. Viele davon sind mit dem für die Gegend typischen Reetdach gedeckt. Andere, zum Teil uralte Bauernhäuser, wurden liebevoll restauriert. Neben einem neuen, größeren Kindergarten entstand ein Senioren-Wohnpark. Plate zeichnet sich durch eine gute Infrastruktur aus.

Hintergründe der Sporthallen- Grundsanierung

Der Auftrag zu dieser Maßnahme wurde von der Gemeinde Plate erteilt. Eine grundlegende Erneuerung war dringend erforderlich, weil seit der Errichtung im Jahr 1972 nur in begrenztem Umfang Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt werden konnten.

Die installierte Technik und Teile des Gebäudes selbst hatten das Ende ihre normative Nutzungsdauer erreicht und mussten dringend ausgetauscht werden. Der Umbau und die Sanierung stellen eine gute Investition in die Zukunft der Gemeinde dar.

Die Einwohner der Gemeinde Plate sind sehr aktiv und in mehreren Vereinen organisiert. Der Sportverein, mit seinen verschiedenen Sparten, war im Jahr 2006 sehr erfreut, dass für seine Mitglieder die erneuerte, sichere, helle und geräumige Sporthalle zur Verfügung steht.

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